Gemeinsam ein Zukunftsbild entwickeln:
Konzept-Workshop an der Hufeland-Schule
Wie entsteht eigentlich ein tragfähiges Konzept für Schüler:innfirmenenentwicklung? Eines, das nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern im Schulalltag wirklich trägt?
Mit dieser Frage sind wir gemeinsam mit vier Lehrkräften und der Schulleitung der Hufeland-Schule in Berlin-Buch in einen Workshop gestartet. Ziel war es, die Grundlagen für die geplante Schüler:innenfirma zu schärfen und weiterzuentwickeln.
Der Workshop war bewusst als offenes Format angelegt: kein starres Programm, sondern ein Vorschlag, der gemeinsam mit den Teilnehmenden angepasst wurde. So konnte genau an den Themen gearbeitet werden, die für die Schule gerade relevant sind.
Entlang von vier Leitfragen haben wir uns Schritt für Schritt vorgearbeitet: Was ist unser pädagogisches Ziel? Wo stehen wir aktuell? Wie sieht unser Zukunftsbild aus? Und wie kommen wir dahin? Besonders in der Arbeit an der Frage des pädagogischen Ziels wurde deutlich, worum es im Kern gehen soll: Schüler:innen sollen mehr Verantwortung übernehmen, Selbstwirksamkeit erfahren und sich stärker mit ihrer Schule identifizieren.
Ein Highlight des Workshops war die sogenannte Kopfstandmethode: Statt direkt Lösungen zu entwickeln, haben wir zunächst gefragt, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Was zunächst ungewohnt klingt, hat sich als äußerst wirksam erwiesen. Denn gerade über das „Worst-Case-Szenario“ wurde schnell klar: Wo liegen die eigentlichen Herausforderungen? Was braucht es wirklich, damit das Vorhaben gelingt? Oder, wie es eine Lehrkraft formulierte: „Gut, dass wir mal anders draufgeschaut haben. Dadurch sind wir viel schneller zum Kern gekommen.“
Im Zentrum des Workshops stand die Entwicklung eines gemeinsamen Zukunftsbildes. Dass die Schüler:innenfirma mehr sein als einfach ein Projekt sein soll, war den Lehrkräften besonders wichtig. Sie soll dazu beitragen, das Miteinander an der Schule zu stärken, Verantwortungsübernahme bei Schüler:innen zu fördern und die Schule auch nach außen sichtbarer zu machen. Themen wie klare Zuständigkeiten, transparente Kommunikation, Teamarbeit und Qualitätssicherung spielen dabei ebenso eine Rolle wie die Frage danach, wie Schüler:innen aktiv an der Gestaltung ihrer Schule mitwirken können. Dieses Zukunftsbild soll perspektivisch auch gemeinsam mit den Schüler:innen selbst erarbeitet werden.
Neben den inhaltlichen Ergebnissen wurde auch die Arbeitsweise im Workshop besonders geschätzt. Eine Teilnehmerin beschreibt es so: „Endlich mal ohne Zeitdruck arbeiten, das war total befreiend. So konnten wir wirklich so lange dranbleiben, bis wir fertig waren.“
Die Lehrkräfte haben auf Basis des Workshops bereits ein Konzept ausgearbeitet, das sie nun potenziellen Kooperationspartner:innen vorstellen. Deutlich wurde dabei auch, dass der Bedarf an Unterstützung nicht mit dem Konzept-Workshop endet. Die Lehrkräfte und Schulleitung wünschen sich eine engmaschige Begleitung im weiteren Prozess – von der Konkretisierung bis zur Umsetzung im kommenden Schuljahr. Hierbei unterstützt das Programmteam der Berliner Schüler:innen natürlich gern!
Der Workshop hat gezeigt, wie wertvoll es ist, sich gemeinsam Zeit zu nehmen für Perspektivwechsel, das Klären von Zielen und für ein gemeinsames Verständnis. Denn genau hier entsteht die Grundlage für Veränderung und für Projekte, die langfristig wirken.
Oder, wie es eine Teilnehmerin auf den Punkt brachte: „Gut, dass wir ein bisschen angeschubst wurden.“

